Schon seit dem Altertum (bei den Assyro-Babyloniern, den Ägyptern und den Römern) war der Porphyr in der Architektur und in der Bildhauerkunst benutzt.
Man sagt dass bei den alten Ägyptern bediente man sich des Porphyrs für die Gräber der Pharaonen, nicht nur wegen seiner außerordentlichen roten Farbe, sondern vor allem wegen seiner Härte und Festigkeit - viel größer als die des Granits - die der Porphyr zum "ewigen" Stein machten. Zur Römerzeit war der Porphyr ein Zeichen hohen Ansehens und symbolisierte die kaiserliche Würde. Das Wort für diesen wertvollen Stein stammt aus dem Griechischen "porphyra" (lat.: "Purpura", purpurrot). Und die Römer verliehen sogar den Titel "porphyrogenitus", der soviel wie "derjenige, der in einem ganz mit Porphyr überzogenen Zimmer geboren worden ist" bedeutete. So ein Zimmer fand man nur in den Palästen der Mächtigen.

Porphyrsäule mit Basrelief von Diocletian und Maximilian
(Rom, Biblioteca Vaticana, Galleria Clementina)

 

 

Viele Kaiser ließen sich für ihre ewige Ruhe Sarkophage aus diesem Stein bauen.
Aus Porphyr bestanden auch unzählige "Räder", die die Böden der kaiserlichen Paläste ausschmückten. Ein Beispiel davon ist noch heute in der alten Sankt-Peter-Basilika zu sehen.
Aus diesem Stein, die sehr reich an Färbungen ist, wurde auch die Grabstätte unter der Wölbung des Pariser "Hotel des Invalides" gebaut, wo die sterblichen Überreste des Napoleon I begraben sind.
In dem Altertum, bis zum Jahre 500 nach Christus, kam der Porphyr fast ausschließlich aus der ägyptischen Wüste. Mit diesem Stein waren auch die Grabstätten mancher römischen Kaiser (Nero, Septimius Severus) und Teile der kaiserlichen Paläste von Diocletian und Konstantin überzogen. Der von den Ruinen der römischen Palästen übriggebliebene Porphyr wurde später dazu gebraucht, die Grabstätten der sizilianischen Könige - die noch heute im Palermer Dom zu sehen sind - zu bauen. Und das Taufbecken in der Sankt-Peter-Basilika in Rom ist nichts Anderes als die Porphyrplatte, die das Grab von Otto dem Zweiten bedeckte und die im 17 Jahrhundert renoviert und umgestaltet wurde. Auch der Dichter Dante Alighieri erwähnt in seiner "Göttlichen Komödie" den Porphyr, der einen Teil der zum Berg des Purgatoriums leitenden Treppen bedeckt (Purgatorium, IX, 100-102).

In späteren Zeiten wurde dann der Porphyr - dort wo er zu finden war - hauptsächlich als Baustein verwendet und noch später wurde er für die Dachhaut der Gebäude- in dünnen und grob bearbeiteten Platten - benutzt. Dank seinen Eigenschaften - Wetterbeständigkeit und die besondere Schichtung des Materials, die seine Gewinnung viel leichter macht - war der Porphyr besonders geeignet dazu.

Detail der Verlegung von Porphyr auf ein noch gebrauchtes Dach.

Erst am Anfang des XX Jahrhunderts fing man an, den Porphyr - Pflasterstein, Kopfsteinpflaster und Platten - als Straßenbelag zu verwenden. Eine der ersten mit Porphyr ausgerüsteten Straßen (mit Mauern, Stufenrampen, Prellsteinen) wurde in der nähe von Trento gebaut (die Straße "Gardolo - Albiano - Lases"). Die erste Konzession zur Gewinnung vom Porphyr wurde erst 1911 erteilt. Nach dem ersten Weltkrieg begann die Gewinnung, wenn auch nur gelegentlich, wieder; aber erst am Anfang der Zwanziger Jahre fing die eigentliche Gewinnung der Porphyrvorkommen an.

Die Porphyrbrüche waren über Tag und hatten eine Frontseite zwischen 10 und 50 Meter lang. Das Material wurde mittels einem hölzernen oder eisernen Hebel abgebaut, der zwischen die Porphyrschichtungen hineingeschoben wurde. Nur selten benutzte man den Sprengstoff.

Detail der typischen Porphyrschichtungen

Das Material wurde dann nach der Größe und Dicke der Platten aussortiert und zu den sogenannten "Arbeitstischen" - auf Schub- oder auf von Maultieren gezogenen Karren -transportiert. Dort wurde es von andern Arbeitern mit Keule und Stemmeisen bearbeitet und zu Pflastersteinen, Bodenplatten, Randsteinen und Riemchen verschiedener Größe gemacht.

Handbearbeitung des Porphyrs aus einem alten Photo

Die Fertigware wurde dann auf von Maultieren gezogenen Karren zum Trientner Bahnhof gebracht. Auf diese Art und Weise wurden zum Beispiel die Porphyrpflastersteine erzeugt, die zur Pflasterung der Via Nazionale in Rom oder des Mailänder Hauptbahnhofes dienten.

Erst in den Sechziger Jahren nahm man aber wahr, was für wirtschaftliche Möglichkeiten der Porphyr anbot. Daraus folgte eine wesentliche Erhöhung der Produktion, die auch durch das Wirtschaftswunder jener Zeit gefördert wurde.
Die Siebziger Jahre stellen aber den eigentlichen Wendepunkt dar, nicht zuletzt durch die Einführung neuer Maschinen, die sowohl zur Gewinnung als auch zur Bearbeitung des Porphyrs benutzt wurden. Es werden immer mehr LKW und Bohrhammer als auch neue Gewinnungsverfahren verwendet, die mehr der steigenden Nachfrage entsprechen. Und parallel versucht man neue Märkte zu erobern (Deutschland, Österreich, Frankreich und die Schweiz).

In den Achtziger Jahren werden neue Maschinen mit hoher Technologie eingeführt und moderne Labore eingerichtet, die es erlauben, reichere und bessere Produkte anzubieten.

Detail einer modernen Maschine zum Abschneiden von Porphyrplatten

Das neue Zeitalter hat gerade begonnen und sicherlich werden sich neue Perspektiven eröffnen. Die Globalisierung zwängt zwar die Unternehmer dazu, eine bessere Geschäftsführung einzuwenden und immer neuere Produkte höher Qualität anzubieten, aber sie erschließt auch neue Aussichten, von denen man in den Neunziger Jahren gar nicht träumte. Die Firma Girardi, die ab den Sechziger Jahren ständig eine wichtige Rolle auf diesem Gebiet gespielt hat, ist bereit, diese Herausforderung zu akzeptieren.

Fortsetzung folgt.....